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Transpersonales Bewusstsein
(Eine psychologische Theorie von interaktiven Feldern)

Ulrich Kramer, Dipl.-Psychologe

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Vortrag anlässlich des internationalen Jahrestreffens des Scientific and Medical Network in Altenberg-Odenthal bei Köln, Juli 2005

Kurzdarstellung

Bei Verwendung der Methode "MindWalking" zeigen sich beim Auflösen der Spannungsbereiche der Klienten bestimmte transpersonale Standardphänomene. Diese sind: 1. Erinnerungen an Erlebnisse aus den vergangenen Leben des Klienten selbst. - 2. Erinnerung an Erlebnisse aus den vergangenen Leben anderer Menschen (durch telepathische Interaktion unwissentlich "heruntergeladen"). - 3. Telepathische Interaktion "online" mit lebenden Menschen, körperlosen Geistern, Außerirdischen und Wesen aus der "Astralwelt" während der laufenden Sitzung. - 4. Interaktionen des Klienten mit seinem persönlichen morphogenetischen Feld (Vitalfeld) oder dem anderer, seien sie Menschen, Tiere oder Pflanzen. - 5. Erinnerungen an außerkörperliche Erlebnisse, Nah-Tod und Nach-Tod Zustände, ebenso mystische Einsichten in transzendentale Zusammenhänge.

Die Entstehung dieser Phänomene lässt sich damit erklären, dass Menschen als geistige Wesen mentale Energiefelder erzeugen und diese wechselseitig aufeinander einwirken. Werden die genannten Phänomene mit vollem Bewusstsein erkannt, so ereignen sich beträchtliche emotionale und somatische Entspannungen, und ein Gefühl der Erleichterung setzt ein.

Fallbeispiele

Die folgenden Beispiele wurden insbesondere deswegen ausgewählt, weil sich die auf Erinnerung beruhenden Aussagen durch Quervergleich mit anderen Datenquellen verifizieren ließen. Die jeweils angegebene Sitzungsdauer bezieht sich nur auf den erwähnten Sitzungsabschnitt (eine vollständige Sitzungssequenz bis zum angestrebten Endresultat würde länger dauern).

Vergangenes Leben bestätigt. In seiner Sitzung spürt Martin der Ursache für bestimmte ihm nicht erwünschte Persönlichkeitszüge nach. Dabei stößt er auf ein vergangenes Leben in Ägypten, als er eine einflussreiche Persönlichkeit am Hofe eines bestimmten Pharao war und versäumte, ein wichtiges politisches Vorhaben durchzuführen. Nach der Sitzung schlägt Martin den betreffenden historischen Abschnitt in Fachbüchern nach, muss aber zu seiner Enttäuschung erfahren, dass die in Frage stehenden Personen (der Pharao und sein Berater) unmöglich gleichzeitig gelebt haben konnten. Einige Monate später jedoch fällt ihm eine noch ganz neue Publikationen zu dieser Epoche in die Hände, die der Angelegenheit eine unerwartete Wendung gibt. Der Autor, ein angesehener Historiker, hat herausgefunden, dass der in Frage stehende Pharao, von dem man bislang geglaubt hatte, er sei tot oder aus unbekannten Gründen verschwunden, in Wirklichkeit jedoch nur seinen Namen geändert hatte. Unter diesen Umständen erschien das von Martin erinnerte Geschehnis nun doch historisch möglich. (Sitzungszeit 4 Stunden 17 Minuten.)

Augenzeuge außerhalb des Körpers. Seit einem guten Jahr hat Charlotte mit einer Depression zu kämpfen, die sich in den Worten ausdrückt: "Das wird nichts mehr". Dieser Gedanke begann nach einer Operation unter Vollnarkose an ihrer Schilddrüse. In ihrer Sitzung durchlebt Charlotte die Operation von einer Wahrnehmungsposition drei Meter oberhalb des Operationstisches aus. Sie ist Zeugin aller Aktionen und Gespräche und zeichnet sie geistig auf. Als der Doktor zur Krankenschwester sagt: "das wird nichts mehr" (womit er eine private Verabredung meint), bezieht der Patient dies auf sich selbst. Der Satz wirkt als posthypnotischer Befehl und ruft Charlottes Depression hervor. Während der Sitzung sieht Charlotte ein chirurgisches Instrument, dessen Zweck sie nicht versteht. Einige Wochen nach unserer Sitzung befragt sie den Arzt darüber. Er bestätigt, dass dieses Instrument tatsächlich verwendet wurde. (Sitzungszeit 3 Stunden 20 Minuten.)

Tochter in Kontakt mit totem Vater. Marthas Vater verlor in einem Skiunfall sein Leben, als sie 13 Jahre alt war. Nun ist sie 30 und trauert ihm noch immer stark nach. In der Sitzung stellt sich heraus, das sie bereits einige Stunden, bevor man ihr sagte, dass ihr Vater gestorben sei, davon gewusst hatte. Sie hatte es in dem Moment gespürt, als sie den Rettungshubschrauber mit ihren toten Vater darin über das Haus fliegen hörte. Im gleichen Augenblick lud sie das Todesgeschehnis ihres Vaters zu sich herunter. In der Sitzung kommen ihr alle Details des Lawinenunglücks von der Wahrnehmungsposition ihres Vaters her in den Sinn, und sie durchlebt seine Schmerzen, Emotionen und Gedanken. Schließlich fühlt sie sich erleichtert und ihre alte Traurigkeit ist verflogen. Dennoch bleibt sie gegenüber der Tatsächlichkeit ihrer Erinnerung skeptisch, denn die Rettungsoperation entsprach nicht ganz der normalen Routine und erscheint ihr, einer erfahrene Skilehrerin, eigenartig. Nach der Sitzung besucht sie das Dorf ihrer Kindheit, spricht mit einigen Menschen, die damals mit der Rettung ihres Vaters zu tun hatten, und findet ihre Erinnerungen bestätigt. (Sitzungszeit 8 Stunden 23 Minuten).

Unbewusstes Herunterladen: Kopfschmerz von geschlachtetem Schwein übernommen. Franz leidet unter chronischen Kopfschmerzen. Die Ursache: als Kind beobachtete er, wie ein Schwein geschlachtet wurde. Es wurde durch einen Schlag mit der Rückseite einer Axt auf die Stirn getötet. Franz (damals ein Kind) bedauerte das Schwein. Wegen der intensiven Interaktionen zwischen den beiden ereignete sich in diesem Augenblick ein Herunterladen der Schmerzen und Empfindungen des Schweins zu Franz. Die Schmerzen des Schweins werden die von Franz. Nach dem Wiedererleben des Geschehnisses von der Wahrnehmungspositionen des Schweins aus bessern sich die Kopfschmerzen von Franz beträchtlich (doch verschwinden sie erst nach dem Durchlaufen eines zweiten, völlig anderen Geschehnisses völlig). (Sitzungszeit 2 Stunden 12 Minuten.)

Unbewusstes Herunterladen: Sohn leidet unter Geschehnis des Vaters. In seiner Sitzung stößt Thomas, 35 Jahre alt, auf ein Geschehnis, als er im Alter von 13 Jahren in einem Nazi-Konzentrationslager homosexuell vergewaltigt wurde und zuschauen musste, wie man auch seine Mutter vergewaltigte und quälte. Nachdem er einen Teil der Emotionen und Schmerzen im Geschehnis abgearbeitet hat, erkennt Thomas, dass nicht er selbst das Opfer war, sondern sein Vater, und dass die andere Person nicht seine Mutter war, sondern seine Großmutter. Über dieses Geschehnis war in der Familie niemals gesprochen worden, Thomas wusste nichts davon. Indem er sich auf die Wahrnehmungspositionen der Betroffenen konzentrierte (Vater und Großmutter) gelang es ihm, das Geschehnis vollständig zu entlasten. Nach der Sitzung konfrontierte er seinen Vater, einen emotional sehr verhärteten Menschen, mit der Geschichte. Sein Vater brach weinend zusammen (bislang noch nie dagewesen!) und bestätigte den Wahrheitsgehalt dessen, was sein Sohn in seiner Erinnerung gefunden hatte. In den folgenden Wochen verbesserte sich das emotionale Klima in der Familie beträchtlich. (Sitzungszeit 7 Stunden 35 Minuten.)

Freiwilliges Herunterladen: Entsorgung von mentalem Müll. Setzt man das Herunterladen gezielt und mit vollem Bewusstsein ein, so kann es nützliche Auswirkungen haben, wie die folgenden drei Beispiele belegen. Charlotte, eine Immobilienmaklerin, muss feststellen, dass sich Wohnungen nur schwer verkaufen lassen, falls es darin seitens ihrer früheren Besitzer zu Gewaltakten im Zusammenhang mit Prostitution, Drogen und Alkoholismus gekommen war. In solchen Fällen nimmt Charlotte gezielt Kontakt mit den mentalen Energiefeldern auf, die im Hause "herumzuhängen" scheinen und leitet dadurch bewusst ein Herunterladen ein. Indem sie die Bilder von den Wahrnehmungspositionen der Betroffenen her vollständig wiedererlebt, bewirkt sie eine "Entladung". Nach einer solchen Reinigungsprozedur muss sie nicht mehr lange auf einen Käufer warten. (Sitzungszeit jeweils 20 bis 50 Minuten.)

Freiwilliges Herunterladen: Geist wird heimgeschickt. Bernd, ein zertifizierter MindWalking-Trainer, wird von einer ihm nicht bekannten älteren Dame telefonisch angesprochen. Sie beklagte sich, dass ihr Mann, der ein Jahr zuvor im Alter von 70 Jahren verstorben war, sich noch immer im Haus aufhielte. Sie sei ja froh darüber, dass er gestorben war, denn sie hatte ihn nie leiden können, doch verursachte ihr der Stress, ihn immer noch um sich herum zu haben, und sei es auch nur in Form eines Geistes, Bluthochdruck und Herzprobleme. Am nächsten Tag würde sie sich in einer nahegelegenen Klinik untersuchen lassen. Während dieser Zeit, so wurde ausgemacht, sollte Bernd ihr Haus besuchen, was er auch tat. Er fand den Geistes des alten Mannes, sprach ihn an und fand heraus, dass der Alte weder seinen Tod noch den Verlust seines Körpers bemerkt hatte. Seine Wahrnehmung aber habe sich verändert, er sähe die Dinge manchmal von hoch oben, was ihm Schwindel verursachte, und niemand mochte mehr mit ihm sprechen. So sehr er sich auch bemühe, sei er nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit seiner Frau zu erregen. Er könne im Haus nichts mehr reparieren, wie er es von früher gewohnt war, weil ihm immer der Hammer durch die Hand rutschte. Bernd erklärte ihm, dass sein biologischer Körper gestorben sei und er nun in Form eines energetischen Feldes weiterexistierte. Der Geist verstand das. Ein Ziel für sein nächstes Leben wurde festgelegt (er wollte Architekt werden). Nachdem er auf die nächste Geburtenklinik verwiesen worden war, entschwand der Geist. Bernd ging nach Hause, rief seine Klientin in der Klinik an und berichtete ihr, dass er tatsächlich mit "einem Geist" gesprochen habe. Um sie auf keine Weise zu beeinflussen, sagte er ihr weder, wer der Geist war, noch was sich ereignet hatte. Die alte Dame sagte ihm, ihre Untersuchung sei negativ verlaufen, keine physiologischen Ursachen seien für ihre Herz- und Kreislaufprobleme gefunden worden. Weil sie aber befürchtete, sie könne nach Betreten des Hauses wieder einen derartigen Anfall bekommen, bat sie Bernd, dass er sie bitte begleiten möge. Am nächsten Tag trafen sie sich vor dem Haus. Bernd forderte sie auf, alleine hineinzugehen; er selbst würde zu Sicherheit draußen warten. Eine Viertelstunde später kam sie wieder heraus und sagte, das Haus fühle sich ganz anders an als zuvor. Seitdem hatte sie nie wieder unter Herzproblemen zu leiden. Das Haus, das sie zuvor verzweifelt zu einem Schleuderpreis zu verkaufen versucht hatte, ohne einen Käufer zu finden, zog plötzlich - nun, das sie es nicht einmal mehr verkaufen wollte! - eine ganze Anzahl von Käufern an, die sich gegenseitig überboten.

Freiwilliges Herunterladen: Eine telepathische Fernsitzung. Eine dem Autor gut bekannte Dame informierte ihn per E-Mail aus Australien, dass ihre Schwester, dem Autor ebenfalls bekannt, schwer erkrankt sei. Zu einem Zeitpunkt, der den beiden Frauen nicht bekannt war, stimmte sich der Autor auf die erkrankte Frau ein und lud ihr Problem zu sich herunter. Er blieb dabei "online" mit ihr, um sie durch das Geschehnis hindurchzuführen (es handelte sich um ein schweres Verlusterlebnis). Die Sitzung wurde beendete, sobald seitens der Sitzungspartnerin eine emotionale Erleichterung und eine Erkenntnis hinsichtlich der Zusammenhänge zu verspüren war. Weder die Klientin noch ihre Schwester benachrichtigte er von seiner Aktion. Am nächsten Morgen traf unaufgefordert eine E-Mail ein und informierte ihn, dass sich der Fall auf dem Wege der Besserung befände, zwei Tage später konnte die Dame als genesen betrachten. (Sitzungszeit 20 Minuten.)

Theorie

Die theoretische Grundannahme bei MindWalking ist, dass Aufmerksamkeit nicht ein Nichts ist, sondern ein Etwas, ähnlich wie ein elektromagnetisches Feld nicht ein Nichts ist, sondern ein Etwas. Aufmerksamkeit wird von einer bestimmten Wahrnehmungsposition her produziert. Eine Wahrnehmungsposition ist der Punkt, von dem aus jemand die Welt sieht, und zwar als Wesen, nicht als Körper. (Es hat nichts mit den Augen zu tun.) Eine Wahrnehmungsposition mag sich sowohl innerhalb wie auch außerhalb des Körpers befinden. Aufmerksamkeit fließt nicht wie ein Strom aus der Wahrnehmungsposition heraus, sondern wird auf die Objekte der Umgebung in Form eines Feldes platziert. Was wahrgenommen wird, ist alleine das, worauf man seine Aufmerksamkeit richtete, und nichts sonst. Die von diesem Feld aufgenommene Information wird als Wissen abgespeichert und kann in Form von Erinnerungsbildern abgerufen werden.

In Sitzungen wird häufig erlebt, dass Aufmerksamkeit in Form winziger Energiewirbel auftritt, die subjektiv als eine Art "funkelndes Konfetti" beschrieben werden. Diese Wirbel sind von einer definitiven Mindestgröße, unterhalb derer nichts ist. Wenn sie erscheinen, so erscheinen sie in dieser bestimmten Größe, weder größer noch kleiner. Um dieser Besonderheit gerecht zu werden, wurde der Begriff mentale "Quanten" gewählt. Mentalquanten (MQs) scheinen den Photonquanten der Physik zu entsprechen, sind aber vermutlich nicht dasselbe. Wenn eine große Anzahl von MQs in kompakter Form auftreten, so entsteht ein mentales Energiefeld. Ein MQ-Feld wird an seinem Platze gehalten, solange es die betreffende Person wünscht. (Hierauf beziehen wir uns, wenn wir umgangssprachlich und trotzdem ganz korrekt sagen, "wir richten unsere Aufmerksamkeit auf etwas".) Wie jedes andere Feld, hat auch ein MQ-Feld eine bestimmte Dichte und eine bestimmte Schwingung. Seine Dichte bewirkt seine "Sichtbarkeit", seine Schwingung wird als Emotion wahrgenommen. Ebenfalls enthält ein MQ-Feld die Gedanken seines Erschaffers, seine Absicht also. So lässt sich der Mechanismus erklären, den wir als Telepathie bezeichnen: Richtet eine Person (der Sender) ihre Aufmerksamkeit auf eine andere (den Empfänger), so wird der Empfänger die Emotionen und Gedanken des Senders empfangen, eine vielen Menschen geläufige Erscheinung. Lenkt der Empfänger anschließend seine Aufmerksamkeit auf den Sender, so vermag er diesen gelegentlich sogar in seiner gegenwärtigen Umgebung wahrzunehmen. (Telepathie wurde übrigens wirkungsvoll im Rahmen des "Remote Viewing" eingesetzt, einer der vom amerikanischen Militär während des kalten Krieges entwickelte Technik, die dazu diente, beim russischen Militär herumzuspionieren. Heutzutage hat sich das Remote Viewing dadurch weit verbreitet, dass es in zivilen Seminaren als spannende und unterhaltsame Technik vermittelt wird.)

Zusammenfassend gesprochen, genügen drei Komponenten, um den Geist zu verstehen: Wesen, Gedanken und Mentalquanten (MQs). Im Aktionsablauf sprechend verhält es sich wie folgt: Um zu kommunizieren, benutzt ein Wesen eine Kommunikationsplattform namens "Wahrnehmungsposition". Durch einen Willensakt (seiner Absicht) erschafft es von seiner Wahrnehmungsposition aus ein MQ-Feld und platziert dieses auf Objekte und Personen. Die Schwingung dieses Feldes steht in Abhängigkeit von der emotionalen Einstellung seines Erschaffers zu dem betreffenden Zeitpunkt. Auf diese Weise entstehen Kommunikation und Wahrnehmung. Interagieren die Felder zweier Wesen, so entsteht Telepathie, d. h. die Gedanken und Emotionen des einen Wesens werden von dem anderen wahrgenommen. Ereignet sich eine solche telepathische Interaktion unbewusst, so kann es geschehen, dass die Gedanken und Emotionen des einen von dem anderen heruntergeladen und "kopiert" werden und beim Empfänger verbleiben. Eine heruntergeladene "Mentaldatei" wirkt auf ihren Träger genauso stark ein wie eine eigene. Wie diese wird auch sie in Form von Depression oder psychosomatischen Krankheiten ausdramatisiert.

Nicht nur die eigene Aufmerksamkeit ist somit zu berücksichtigen, sondern auch die anderer. Im Fall eines Mordes spielen sowohl der Mörder wie auch sein Opfer eine Rolle. Die Erinnerungsbilder eines Mordes enthalten nicht lediglich die Gedanken, Emotionen und Schmerzen des Opfers, sondern ebenso jene des Täters. Seine Aufmerksamkeit lag auf dem Opfer ebenso, wie die des Opfers auf ihm lag. Beide Aufmerksamkeitsfelder vermischten sich und verschmolzen miteinander. Wegen mangelnder Gewilltheit oder Fähigkeit, dies aufzuarbeiten, können die beiden weder sich selbst noch einander vergeben. So stehen sie gegen ihren Willen für unbegrenzte Zeit in innerer Verbindung miteinander - bis sich schließlich einer der beiden zu einem späteren Zeitpunkt entschließt, der Sache ins Auge zu blicken (im Fall des Opfers ein späteres Leben).

Bei einem Autounfall mit nur einer einzigen Personen kommt es gewöhnlich zu zwei Wahrnehmungspositionen: eine von innerhalb des Körpers, die andere von außerhalb. Der Umstand, dass geistige Wesen ihren Körper in Zeiten von Stress und Belastungen verlassen (auch im Zustand der Ekstase), bedeutet keineswegs, dass sie wegen ihrer distanzierten Position neutral und unberührt blieben. Ganz im Gegenteil, sie befinden sich in einem Zustand von Schock, Traurigkeit und Entsetzen, und deswegen wird ihre Aufzeichnung der Szenen nicht nur den Aktionsablauf "netto" enthalten, sondern ebenfalls die damit einhergehenden Schmerzen, Emotionen und Gedanken. Solange wie man sich von einem Schock nicht erholt hat, können die betreffenden Szenen jedes Mal neu ablaufen, wenn man von einem äußeren Auslöser an das Geschehnis erinnert wird. Mit jeder neuen Inkarnation wird man solche Geschehnisse emotional wie auch somatisch dramatisieren.

Im Fall eines Flugzeugabsturzes können potenziell Hunderte von Wahrnehmungspositionen aktiv sein. Sie repräsentieren die körperlos gewordenen Passagiere, die die Szene mit Entsetzen beobachteten und aufzeichneten, während sie über ihren zerschmetterten Körpern schwebten. Gibt man daher dem Opfer eines Flugzeugunglücks eine Sitzung, so muss man darauf gefasst sein, dass sich zusätzlich noch die Emotionen, Schmerzen und Gedanken von mehreren hundert Menschen dazuschalten.

Methode

Wie beschrieben, werden in einer MindWalking-Sitzung die Wahrnehmungspositionen von sowohl Opfer wie auch Täter berücksichtigt. Die beiden Kernfragen sind: " Von wo aus wird es gesehen?" und: "Wer sieht es?"

Unterstützt man seinen Sitzungspartner beim Erkennen und Akzeptieren der unterschiedlichen Wahrnehmungspositionen und leitet man ihn an, sie ihren korrekten Urhebern zuzuordnen ("diese Szene habe ich selbst erlebte - aber diese andere Szene, aus dem Blickwinkel von weiter oben, das ist die Wahrnehmungsposition von jemand anderem", usw.), so kann es gelingen, riesige mentalenergetische Felder, wie sie z. B. bei Flugzeugabstürzen entstehen, zu reduzieren und gar ganz aufzulösen. Nur dann kann auch der Sitzungspartner wirkliche Erleichterung und Fröhlichkeit verspüren.

Indem der Sitzungspartner seine Verbindung mit den Wahrnehmungspositionen anderer erkennt und ihre "Mentaldateien" aus dem mentalenergetischen Feld herausliest, das zum Zeitpunkt des Geschehnisses gemeinschaftlich erschaffen wurde, hat er das Reich des Transpersonalen betreten. Er versteht nun in aller Deutlichkeit, wie sein eigenes Schicksal mit den Schicksalen anderer verwoben ist. Abgesehen davon, dass er nach erfolgter Entlastung in die Lage versetzt ist, die Situation zu optimieren, derentwegen er seine Sitzung wollte, ist es vielleicht von noch größere Bedeutung, dass er dabei eine neue Schau des Lebens und der geistigen Welt gewonnen hat.

 
Der Autor, Jahrgang 1948, studierte Psychologie in Mainz und Münster bis zum Diplom und führt seit 1985 eine private Praxis. Er schrieb ein Buch zum Thema Lebensmanagement ("Der schmale Pfad - Handbuch für gutes Management", 1994), und zwei Bücher zu MindWalking ("Im Internet der Seelen" und "Aus fernen Welten", 2003).

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